Sonntag, 2. Januar 2011

Chrome OS / Chromium OS im Kurztest

Schon seit einiger Zeit kann man auf der Homepage von Hexxeh die aktuellsten Chromium OS Builds herunterladen, diese als Live Image auf einen USB Stick ziehen und anschließend davon booten. Aus Langeweile habe ich nun vorhin das Build heruntergeladen und nach dieser Anleitung auf den Stick gezogen (auf der Startseite gibt es auch Anleitungen, wie es unter Mac OS oder Linux geschehen soll).

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Auf  der Homepage steht, dass ein 2GB USB Stick reichen soll. Ich empfehle jedoch einen größeren Stick, da 2GB Sticks nie wirklich 2GB Speicherplatz (meistens 1,8GB) bieten und das Build, nachdem es entpackt wurde, rund 1,9GB groß ist. Mein verwendeter USB Stick ist übrigens recht alt und hat die besten Zeiten schon hinter sich, die Schreib- und Leseraten sind also unterirdisch.

Als Testgerät dient wie so häufig mein Netbook, das Lenovo S10-3. Der Start ging recht zügig, zuerst erscheint das Bootlogo, anschließend muss man das System einrichten (Uhrzeit, Datum Tastaturlayout, Sprache). Ein Google Account wird benötigt, ebenso ein Profilbild, welches man mit der Webcam erstellen soll/kann. Währenddessen verbindet sich mein Testnetbook auch sofort mit dem W-Lan Netz.

Das W-Lan Modul, die Webcam und sonstige Komponenten funktionieren und auch die Displayauflösung wurde richtig erkannt. Bluetooth und mein nachträglich eingebautes UMTS Modem werden jedoch nicht gelistet, auch der Ton/ die Soundausgabe funktioniert leider nicht. Da es sich bei der getesteten Chromium OS Version noch um eine Beta/Testversion handelt, kann ich noch darüber hinwegsehen. Leider wird Multitouch von meinem Multitouch-Trackpad nicht erkannt. Die Multifunktionstasten werden teilweise erkannt.

Chrome OS / Chromium OS ist eigentlich nur der Chrome Webbrowser mit diversen Zusatzeinstellungen. Programmfenster, Taskleiste und sonstige von anderen Betriebssystemen bekannte Eigenschaften fehlen. Man hat Tabs, in denen entweder eine normale Homepage geöffnet werden kann oder eine App, doch dazu später. Wie beim Chrome Browser gibt es eine kombinierte Adress-/Suchleiste. Insgesamt gefällt mir die Geschwindigkeit sehr gut, die Tabs öffnen recht zügig und Seiten bauen sich schnell auf.

Apps findet man im Google Webstore, genauso wie man es mit jedem Chrome Browser auch verwenden kann. Die Bezeichnung “Apps” halte ich aber für etwas übertrieben. Es sind Bookmarks/Lesezeichen. Man wird einfach nur auf die gewünschte Seite weitergeleitet. Zahlreiche “Apps” findet man dort wie Google Docs oder G-Mail. Die “Apps” befinden sich in jedem neu geöffneten Tab und werden dort aufgelistet. Leider sieht das nicht ganz so schön aus wie unter Jolicloud. Tabs kann man wie gewohnt anheften und bleiben dauerhaft an einer Stelle positioniert.

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Die Einstellungen sind spärlich gestalten. Man findet dort die Grundeinstellungen (Startseite, Suchoption), Privates (Passwörter, Google Account, Synchronisierung), Systemeinstellungen (Datum, Sprache, Touchpad), Internet (W-Lan), Details (Schriftgröße, Downloadordner, Übersetzungsfunktion) und Nutzereinstellungen (Profilbild).

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Etwas störend ist, dass (zumindest bei mir) keine Sticks erkannt werden. Weder ein Speicher Stick, ein DVB-T Stick oder ein UMTS Stick (von Vodafone) werden erkannt. Deswegen kann ich auch keine Aussage über die Wiedergabe von Musik oder Filmdateien treffen.

Flash funktioniert, aber nicht richtig. Selbst Videos in 360p Auflösung ruckeln an einigen Stellen, dementsprechend kann man höhere Auflösungen gleich vergessen. Allerdings wird sich dies wahrscheinlich in späteren Versionen (hoffentlich) ändern.

Sehr rasant ist die StandBy Funktion. Klappt man den Deckel zu und öffnet anschließend diesen erneut, ist das System sofort einsatzbereit. Es dauert knapp einige Sekunden, bis das System wieder erwacht ist.

Chrome OS ist sicherlich als Zweit Betriebssystem oder als Schnellstart OS gut geeignet. Vor allem zum Surfen kann man es gut gebrauchen (schließlich wurde es dafür konzipiert). Aber als vollwertiges OS halte ich es im Moment noch für ungeeignet, daran ist u.a. die schlechte bzw. keine Erkennung von anderen Sticks schuld (aber natürlich wird Google daran arbeiten). Eine Internetverbindung ist zwingend notwendig und diese hat man nicht immer (gerade im Ausland kann das Surfen via UMTS teuer werden und ein W-Lan Netz hat man nicht überall). Deswegen kann man noch nicht einmal die Textverarbeitung nutzen, mit lokal installierten Anwendungen hätte man dieses Problem nicht.

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